Üben! – Dranbleiben? Dranbleiben!

Haben Sie schon mal gefastet? Ich schon mehrmals. Auch in unterschiedlichen Längen und aus verschiedenen Gründen.
Aber immer gibt es einen Punkt, da möchte man am liebsten aufhören. Da kommt aus einem Gasthaus wohlriechender Essensduft und im Café, in dem ich gerade etwas trinke, steht unwahrscheinlich leckerer Kuchen herum.

Dranbleiben ist schwer. Soll es auch sein. Es ist eine Übung für Körper und Geist.

Jesu Versuchung nach 40-tägigem Fasten ist ein Lehrstück dafür. Zu finden im Matthäus Evangelium im 4.Kapitel, die Verse 1 bis 11.

Dranbleiben – auf einmal wird es leichter

Und dann wird es auf einmal leichter.
Mir macht der Essensduft und das Kuchenbuffet plötzlich nichts mehr aus.
Der Lohn für das Alles?
Ein leichter aufrechter Gang, ein klarer Kopf, leuchtende Augen, keine Schmerzen mehr und Befriedigung darüber, was man alles schaffen kann, wenn man nicht aufgibt, sondern eben dranbleibt.

Das Fasten ist die Speise der Seele.
Wie die körperliche Speise stärkt, so macht das Fasten die Seele kräftiger und verschafft ihr bewegliche Flügel, hebt sie empor und lässt sie über himmlische Dinge nachdenken, indem es sie über Lüste und Freuden des gegenwärtigen Lebens erhaben macht.
Wie leichte Fahrzeuge das Meer schneller durchqueren,
schwer belastete Schiffe aber untergehen,
so macht das Fasten die Gedanken leichter

(Johannes Chryostomus, Bischof und Patriarch von Konstantinopel, 4. Jhdt. n. Chr.)

Sabine Falke

Triptychon Hans Thoma, Kunsthalle Karlsruhe

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