Mein Weg ins Stift

Frau Sabine Jackwert wird am 01. Juni 2020 mit einem feierlichen Gottesdienst als Kapitularin in unsere Gemeinschaft aufgenommen. Wie sie ihren Weg zu uns gefunden hat, beschreibt sie wie folgt:

Mein Weg ins Stift

Du willst bald aufhören zu arbeiten? Ach, und was machst du dann im Ruhestand? – Ich gehe ins Stift. – ???
Wie bist du denn auf die Idee gekommen?

Die Idee hat mich gefunden. Wie?

Im Jahr 2016 konnte ich innerhalb meines Dienstes als Dekanatsjugendreferentin eine sechswöchige Studienzeit nehmen, die der geistlich-theologischen Orientierung dienen soll. Ich habe mich auf die Entdeckung meiner spirituellen Kraftquellen begeben. Dabei habe ich verschiedene Orte gesucht und gefunden – Kirchen, Buchten von Flüssen und Berge in Irland, alte Klosteranlagen. Und ich bin von Orten gefunden worden.

Bei einem Kurzurlaub mit Freundinnen in Lüneburg habe ich Flyer der evangelischen Damenklöster und Stifte aus Interesse mitgenommen. Dabei habe ich entdeckt, dass es im Stift Fischbeck eine Ferienwohnung gibt. Die positive Antwort auf meine Anfrage, diese innerhalb meiner Studienzeit zu nutzen, hat mich sehr gefreut und ich war sehr gespannt auf die Gemeinschaft, die ich dort antreffen würde.

Neue Erfahrungen in Fischbeck

Damit habe ich begonnen, das Stift Fischbeck und das Kapitel kennenzulernen: die Stiftsdamen, die geprägt sind von ihren ganz unterschiedlichen Lebensgeschichten. Die verschiedenen Aufgaben, um diesen großartigen Ort zu erhalten: von der Gästeführung, der Friedhofsverwaltung, der musikalischen Leitung der Morgenandachten, der Pilgerbetreuung und der Pflege der großen Gärten.

Die geistliche Verbundenheit und der gemeinsame Start in den Tag mit der Mette ist für mich sehr schnell zu einer guten Gewohnheit geworden. Hier habe ich eine meiner spirituellen Kraftquellen gefunden. Die Vesper am Mittwochabend und die Wochenschlussandacht als Bereiche spirituellen Gemeinschaftslebens sind für mich passend.

Ruhestand – und was dann?

Die Frage, wie ich mir mein Leben im Ruhestand vorstelle, hat mich seit dieser Zeit beschäftigt. Und ich habe für mich erkannt, dass ich in einer Gemeinschaft leben möchte, in der es darum geht, notwendige Aufgaben zu übernehmen, Ideen zu entwickeln, um das Stift in der langen Tradition, in der es steht, ein Stück weiter in die Zukunft zu begleiten.

Ich freue mich darauf, mich mit meinen Fähigkeiten bei den Aufgaben einbringen zu können. Das gemeinsame geistliche Leben und die unterschiedlichen Aufgaben werden meinem Tag eine Struktur geben. Auch das ist für mich sehr wichtig.

Und ich bin mir sicher, den „Ort, der auf mich wartet“, wie es auf der Wandaufschrift im Stiftsladen heißt, gefunden zu haben – beziehungsweise vom Stift gefunden worden zu sein.