Zeit zu danken, © Waltraud MengeZeit zu danken, © Waltraud Menge

Angesichts der Vielfalt der Ernte und der bunten Farben geht uns das Herz auf: ja, trotz der Dürrezeiten in diesem Sommer gab es eine unglaubliche Fülle. Kirschen, Äpfel, Birnen, Pflaumen, Nüsse wurden in einer kaum zu bewältigen Menge geerntet. Anders sah es bei Getreide, Heu, Kartoffeln und anderen Lebensmitteln aus. Wir machen uns Gedanken, wie die künftigen Sommer aussehen werden- aber zunächst ist Zeit zum Danken. Ernte-dank.

Eine Fülle von Lebensmitteln, teilweise unter schweren Arbeitsbedingungen hergestellt

Beim genaueren Betrachten der geschmückten Kirche fällt etwas auf: zwischen den Früchten der Bäume und der Erde tummelt sich ein Körbchen mit Eiern. Das einzige Lebensmittel in dieser Szene, das von Tieren stammt. Vergleichen Sie einmal Ihre Speisekarte mit den Erntegaben auf dem Foto. Was findet sich davon wieder und was fehlt? Es sind nicht nur die tierischen Produkte wie Milch, Butter, Käse und das viele Fleisch, was bei uns auf den Tischen landet. Es sind ja auch die tropischen Früchte, Reis und Gewürze, Kaffee und Tee und viele andere Lebensmittel, die unter schweren Arbeitsbedingungen geerntet und hergestellt werden.

„unser tägliches Brot gib uns heute“

Ernte-dank ist mehr als die Dankbarkeit für die Fülle, die wir an Lebensmitteln haben. Es ist zugleich ein Fest, an dem wir den Menschen danken, die dafür sorgen, dass wir Lebensmittel haben: den Bauern im In- und Ausland, die unter Mühen und häufig unterbezahlt ihre Arbeit tun. Ernte-dank ist zugleich das Bewusstsein, dass wir im Frieden Arbeit und Brot haben.

Darum bitten wir in dem Gebet, das alle Christen auf der Welt beten, im Vaterunser: unser tägliches Brot gib uns heute.

Martin Luther erklärt im kleinen Katechismus diese Bitte. „Was heißt denn tägliches Brot? – Alles, was not tut für Leib und Leben, wie Essen, Trinken, Kleider, Schuh, Haus, Hof, Acker, Vieh, Geld, Gut, fromme Eheleute, fromme Kinder, fromme Gehilfen, fromme und treue Oberherren, gute Regierung, gut Wetter, Friede, Gesundheit, Zucht, Ehre, gute Freunde, getreue Nachbarn und desgleichen.“

Es lohnt sich, darüber nachzudenken und nicht zu vergessen, dass hinter allem, was wir zum Leben bekommen, Gott unser Schöpfer steht.

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