Zeig dich! Foto: Katrin WoitackZeig dich! Foto: Katrin Woitack

Zeig dich! – Da will jemand hinter die Maske schauen. Dabei macht sie doch gerade Spaß am Rosenmontag. Ich kann da mal eine andere sein, kann mich mal gehen lassen, werde nicht erkannt. Da kann ich mal ausprobieren, welche Seiten noch in mir schlummern. Die Maske hat eine lange Tradition, um den Winter auszutreiben wie in der Baseler Fassenacht. Oder unerkannt die Zügel schießen zu lassen, wie in katholischen Hochburgen vor der Fastenzeit, z.B. in Köln. Im protestantischen Norden gibt es kleine Inseln der Rosenmontagsumzüge und dem Faschingsdienstag, aber wirklich damit etwas anfangen mit dem „carne vale“ können nicht viele, zumal wir ja die Fastenzeit den katholischen oder orthodoxen Christen überlassen haben. Das Fleisch lebe! bevor die Zeit der Entsagung, das Fasten beginnt.

7 Wochen Passionszeit – 7 Wochen Fastenzeit

Aber auch protestantische Christen haben die Fastenzeit für sich entdeckt. In der Passionszeit wird in jedem Jahr ein Thema aufgerufen, das bis zum Osterfest besondere Beachtung bekommt.
“Zeig dich! Sieben Wochen ohne Kneifen.“ heißt das diesjährige Motto. Kein Zufall: mehr denn je ist unsere Gesellschaft auf Zivilcourage und öffentliche Diskussion angewiesen.
Zeig, wofür du stehst. Das fällt nicht immer leicht. Als Christen erinnert uns der Apostel Simon Petrus daran, als er verleugnet, Jesus zu kennen, als dieser verhaftet wird. „Ich kenne diesen Menschen nicht.“

Zeig dich! Steh ein für das, was du zu sagen hast.

Wie oft haben wir verleugnet, was wir wirklich denken? Wie oft haben wir uns zurück gehalten, wo wir uns hätten einmischen müssen? Wie tief hat es mich getroffen, als ich Beistand gebraucht hätte, aber alle geschwiegen haben? Zeig dich! Dieser Appell ist dringlich in einer Welt, die in Schieflage gerät, wenn laute Parolen dominieren. Wir setzen auf Aussprache, Rede und Gegenrede, das Finden von Antworten, die Menschenwürde und Demokratie als Maßstab haben.

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