Johannes Baptista – Johannes der Täufer

Der 24. Juni ist im Stift Fischbeck ein besonderer Tag. Heute gedenken wir der Geburt Johannes des Täufers. Zu ihm hat das Stift eine enge Beziehung. Im Jahr 1254 wurde die nach dem Brand schwer beschädigte und wieder neu aufgebaute Stiftskirche dem hl. Johannes Baptista geweiht. Er ist der Namenspatron der Kirche.

Wer war Johannes der Täufer?

Seine Attribute in der Ikonographie sind oft das Fellgewand, der Kreuzstab, das Lamm sowie der ausgestreckte Zeigefinger, häufig verbunden mit dem Spruch: „Ecce Agnus Dei“ („Seht das Lamm Gottes“) Alle Evangelien berichten von dieser beeindruckenden Gestalt. Er war wortgewaltig und prangerte mit klaren und deutlichen Worten die Mißstände seiner Zeit an. Johannes Bußpredigten zogen die Menschen aus Jerusalem und ganz Judäa an, sie kamen um ihn zu hören und sich taufen zu lassen Er rief auf gegen ausschweifendes Leben, Eitelkeiten, Intrigen, Machtmissbrauch und Willkür. Sogar vor Kritik an dem Tetrachen Herodes scheute er sich nicht, sein unverrückbares Eintreten für Gerechtigkeit grenzte an Aufruhr gegen den Herrscher und kostete ihn schließlich das Leben.

Ein würdiger Namenspatron

Er könnte sicherlich auch gut in unsere Zeit passen, denn seine Kritikpunkte sind nach wie vor aktuell. Interessant ist, dass er sich nicht selbst als Heilsbringer verkündet – wie wir es heute in unterschiedlichen Dosierungen von Machtmenschen hören, sondern er verweist auf: „einen, der kommen soll und der stärker ist, als alle Herrscher der Welt“.
Mit ihm haben wir einen der berühmtesten Verkündiger des Reiches Gottes als Namensgeber der Stiftskirche. Und einen, dessen Aussage damals wie heute stimmig ist: das Heil kommt nicht von den Machthabern, die Erlösung nicht vom politischen Kalkül und aus menschlicher Kraft. Nein – es kommt aus der grundsätzlichen Haltung der Menschen, die dem Gebot und der Verheißung Gottes vertrauen.

Johannes der Täufer, © W. Menge
Johannes der Täufer, Johannesgang im Stift, © W. Menge 2017

© W. Menge
Kopie eines Kopfreliquiar (Original Mitte 13. Jhd.) Johannes Baptista, heute im Damenchor der Stiftskirche, © W. Menge

 
 

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