Christi Himmelfahrt – das Leben wächst über sich hinaus

Kinder haben große Träume. Je erwachsener wir werden, desto realistischer werden wir. Unsere Träume reduzieren sich auf das Sichtbare, Fassbare. Verlieren wir damit nicht auch einen Blick für das Staunen, die Überraschung, die Lebendigkeit?Der Tag, den wir heute feiern, lässt uns ahnen, dass es auch für Erwachsene immer wieder Möglichkeiten gibt, große Träume zu haben.
Es waren die Jünger Jesu, deren großer Traum von einem anderen, einem liebenswerten und gerechten Leben mit dem Tod Jesu am Kreuz endete. Welche Freude, welche ungläubige Hoffnung nährte sich, als die Verkündigung von der Auferstehung Jesu sich wie die Funken eines Lichtes verbreitete.

Jesus, der Vertraute, der Freund, der Hoffnungsträger

Er war wieder greifbar nahe. Der Traum vom Gottesreich wieder in greifbare Nähe gerückt.40 Tage- so heißt es in der Apostelgeschichte- wurde die Nähe Gottes wieder spürbar in der Leibhaftigkeit Jesu Christi.
Und dann dieses: nachdem sie das Abendmahl miteinander gefeiert hatten, gebietet Jesus, dass sie alle in Jerusalem bleiben sollen, diesem schrecklichen Ort, der noch an das grausame Geschehen am Kreuz erinnerte. Kaum, dass sie diese Ermahnung vernehmen, entschwindet Jesus ihren Blicken. Ihr Blick folgt ihm in den Himmel. Die zweite Enttäuschung? Wieder ein Traum zu Ende geträumt? Und dann gibt es wieder zwei Männer in weißen Gewändern, ähnlich wie am Grab Jesu, die auffordern, den Blick in eine andere Richtung zu wenden.
Diesmal heißt es nicht:“ Was sucht ihr den Lebenden bei den Toten?“, sondern:

„Was steht ihr da und seht zum Himmel?“

Nicht im Himmel wird sich das Reich Gottes verwirklichen, sondern hier auf der Erde. Jesus wird wiederkommen. Himmel und Erde werden miteinander verbunden. Der göttliche Atem umfasst die irdische Gegenwart und die himmlische Zukunft. Der Traum von einem erfüllten Leben steht auf festem Grund.
 

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