Üben! – Freuen

Ein Fuß schmerzt, ein Knie meldet sich, … na und? Altersgemäß!
Das Radfahren finde ich umso grandioser und das Wandern – eine neue liebgewordene Gewohnheit.

Kein Staudensellerie im Gemüseregal … was soll`s?
Dafür Spitzkohl … auch was Feines!

Eine Hortensie erfroren, ein Efeu halb hin … schade, ja! Ärgerlich? Nein!
Dafür strahlen mir Schneeglöckchen und Winterlinge im Stiftsgarten entgegen,
und ich strahle zurück.

Die Sauna geschlossen … schlimm? Nein!
Das fulminante Niederprasseln des sich auf meinen Körper einfach so ergießenden, warmen Duschwassers genieße ich umso mehr.

Ein Nachbar grüßt mal wieder nicht, und das avisierte Paket ist auch noch nicht da –  na und?Ich grüße aufrichtig-freundlich und verspüre (zuweilen) Geduld … wohltuende Geduld!
Danke dafür!

Freude über jeden konstruktiven Gedanken und für jeden kreativen Einfall!
Dank für so manches Nein und so manchen Fehler!
Freude über jedes wertschätzend-ehrlich gesprochene Wort!
Dank für jedes geöffnete Herz!
Freude über jede helfende Hand!
Dank für faires Streiten und für herzhaftes Lachen!
Freude über so manchen allein und in Gemeinschaft erlebten Augenblick!
Dank fürs Schenkenkönnen und fürs Schenkendürfen!

Freude und Dank … täglich?
In der Zeit OHNE … ohne Ausnahme: täglich!!

Samen der Freude sehen,
Samen der Freude säen,
das Wachsen und Werden wahrnehmen,
mit anderen teilen und genießen,
Lebensfreude ernten,
Dank sagen,
inneren Schutz erhalten;
denn:

Das Himmelreich gleicht einem Senfkorn, das ein Mensch nahm und auf seinen Acker säte;
Das ist das kleinste unter allen Samenkörnern; wenn es aber gewachsen ist, so ist es größer als alle Kräuter und wird ein Baum, dass die Vögel unter dem Himmel kommen und wohnen in seinen Zweigen. (Matthäus 13, 31-32)

Camilla Dormagen