Staunen und Erwarten – die sieben O-Antiphonen im Hohen Advent

Wir sind in der nahen Erwartung der weihnachtlichen Tage. Die Zeit vom 17. bis 23. Dezember wird auch als Hoher Advent bezeichnet, die Hinführung auf das Weihnachtsfest.

Die Sieben O-Antiphonen

O – was? werden sich sicherlich einige fragen. Hinter dem Begriff „O-Antiphonen“ verbergen sich Meisterwerke der spätantiken kirchlichen Dichtkunst. Erste schriftliche Zeugnisse stammen aus dem 7. Jahrhundert, womit sie zum Urerbe der Adventszeit gehören. Die O-Antiphonen sind keine freie Dichtung, keine Lyrik oder Hymnen. Es sind kunstvolle, miteinander und ineinander verwobene Zitate aus dem Alten Testament, zumeist Worte des Propheten Jesaja und aus den weisheitlichen Büchern.

„Staunen und Erwarten“ das wird uns in dieser kleinen Reihe zu den O-Antiphonen der letzten Adventswoche begleiten. Dieser Titel greift die beiden immer wiederkehrenden Rufe dieser Adventsliturgie auf:

das staunende „O“, mit dem jede Antiphon beginnt und das erwartungsvolle „veni“ – „komm“, mit dem die abschließende Bitte um Erlösung eingeleitet wird.

Die O-Antiphonen werden an einer ganz besonderen Stelle in die Liturgie eingebunden: als Kehrvers für das Magnifikat, den Lobgesang der Maria in der Vesper (Abendgebet).

Im Hohen Advent

In den vergangenen Jahren haben wir Stiftsdamen im Hohen Advent eine tägliche Vesper gefeiert, in der die O-Antiphonen gesungen wurden. In diesem Jahr erlauben es uns die geltenden Bestimmungen leider nicht.

Das Singen der Vesper vermissen wir sehr. Wir möchten uns daher auf diesem Weg auf Weihnachten vorbereiten und laden Sie herzlich ein, sich mit uns in den nächsten sieben Tagen durch die Betrachtung der jeweiligen O-Antiphon auf das Fest der Geburt Jesu einzustimmen.