Via Nova Kunstfest – Jens Harzer, Marina Galic und Ensemble Tallis Scholars

Die Damen des Stiftes Fischbeck konnten sich im 12. Jahrhundert erfolgreich einer
Inkorporation in das Corveyer Kloster widersetzen.
Durch Mut, Unerschrockenheit und Tatkraft erlangten sie für sich eine gewisse Freiheit,
was damals für Frauen nicht selbstverständlich war.

Was liegt näher, als die schmerzliche und tragische Liebesgeschichte von Heloïse und
Abaelard, einem beeindruckenden Text der Weltliteratur, genau hier in Fischbeck am 5.
September um 11 Uhr von den beiden wunderbaren Schauspielern Marina Galic und Jens
Harzer
hier im Stift Fischbeck lesen zu lassen. Umrahmt wird ihre Lesung von geistlichen
Vokalwerken der Renaissance, die das weltbekannte Ensemble Tallis Scholars mitbringt.

Pierre Abaelard, führender Scholastiker und Philosoph des 12. Jahrhunderts, leitete nicht nur
die Pariser Domschule. Als Hauslehrer unterrichtete er auch die junge, hochgebildete und
mehrsprachige Heloïse, die sich zudem in der antiken Literatur gut auskannte. Zwischen dem
Vierzigjährigen und der Siebzehnjährigen entspannte sich eine leidenschaftliche
Liebesgeschichte, die zu den schönsten, wenn auch traurigsten der Weltliteratur zählt. Die
Liebenden hielten sich nicht an herkömmliche Normen. Nach der Geburt eines Sohnes
zwang man sie zur Ehe und Abaelard wurde von gedungenen Tätern kastriert. Daraufhin
zogen sich beide ins Kloster zurück, Abaelard wird hier vom Philosophen der Welt zum
Philosophen Gottes.

Jens Harzer liest Abaelards geistreiche Briefe, Marina Galic jene von
Heloïse, die verzweifelt an ihrer Liebe festhält: „Nichts habe ich je bei dir gesucht als dich
selbst. Kein Ehebündnis, keine Morgengabe habe ich erwartet.“

Ensemble Tallis Scholar

In fünf Jahrzehnten Konzerttätigkeit und mit einer Vielzahl preisgekrönter Aufnahmen
brachten Peter Phillips und die Tallis Scholars wie kaum ein anderes Ensemble geistliche
Vokalwerke der Renaissance einem großen Publikum auf allen Kontinenten nahe. Bis heute
entwickeln die Tallis Scholars ihren unverwechselbaren, für seine Klarheit und
Geschmeidigkeit gerühmten Klang weiter. Sie widmen sich neuen Interpretationen von
Werken nicht nur historischer Komponisten, sondern auch von Zeitgenossen wie Arvo Pärt.

Es wird Führungen durch die Stiftskirche und die Stiftsgärten geben. Dabei ist der
Wandteppich mit der berühmten Gründungslegende zu sehen.

Samstag, 05. September 2026
Stift Fischbeck
Beginn 11 Uhr

Weitere Informationen zur Veranstaltung und zum Kartenverkauf ausschließlich über Via Nova:
Eintritt: 20 – 38 €
Telefonservice: 05231-570150
Mail: vianova@corvey.de
www.corvey.de


Stift Fischbeck