Mein Freiwilligendienst (BFD) in der Gartendenkmalpflege

Seit Anfang September 2025 lebe und arbeite ich im Stift Fischbeck. Da ich nach dem Abi gerne ein FSJ machen wollte, wurde ich über die Deutsche Stiftung Denkmalschutz sowie die ijgd auf das Stift aufmerksam. Durch ein Probearbeiten mit Dirk Stock, dem Hausmeister und meiner Vorgängerin Melanie wusste ich, dass ich meinen Freiwilligendienst gerne hier ableisten möchte.

Tapetenwechsel – Umzug nach Fischbeck

Zu sagen, dass mir der Umzug aus meiner 300 km entfernten Heimat leichtfiel, entspricht nicht der Wahrheit. Ich musste auch erst neue Routinen entwickeln und mich an meinen neuen Alltag gewöhnen. Aber durch die hilfsbereiten und freundlichen Bewohnerinnen und Bewohner des Stifts habe ich mich sehr schnell gut eingelebt und fühle mich wohl.In der Anfangszeit hat auch die ehemalige Äbtissin Frau Woitack mir einiges über Geschichte und Architektur des malerischen Stifts erzählt, da ich mich dafür sehr interessiere.

Mein Arbeitsalltag

Ich arbeite vor allem mit Herr Stock zusammen und wir kümmern uns um die Pflege der Gärten. Aber auch kleinere Arbeiten in den Stiftsgebäuden übernehmen wir, wie Glühbirnen austauschen, Schränke zusammenbauen oder den Weihnachtsstern in der Stiftskirche auf – und abhängen.Viel Arbeit bereitet im Herbst das bunte Laub der wunderschönen Bäume. Dabei unterstützte uns der Mitarbeiter Markus, der aber jetzt im Winter Rosengitter oder einen Abfallbehälter für den Friedhof schweißt. Im Herbst haben wir zudem einige Bäume gepflanzt – unter anderem eine Atlas-Zeder und einen Speierling, die dem Klimawandel hoffentlich trotzen und den nächsten Generationen Schatten spenden werden. Rasenmähen, Zaunbau oder Fahrten mit dem Traktor in den Stiftswald gehören auch zu unseren Tätigkeiten.

Wunderschöner Garten

Der Garten mit seinen Blumenrabatten, in denen im September die Astern und Fetthennen blühen, besitzt etwas Märchenhaftes. Die alte Eiche mit ihren bizarr geschwungenen Ästen fasziniert mich noch immer wie am ersten Tag. Um diesen Schatz für weitere Generationen zu bewahren, arbeite ich gerne an seiner Erhaltung.

Seminare mit anderen Bufdis

Aber nicht nur die Arbeit im Stift ist Teil meines Freiwilligendienstes, sondern auch einige Seminare mit anderen Bundesfreiwilligendienstleistenden (kurz Bufdis). Während des Eröffnungsseminars in Heiligengrabe konnte ich viele liebe internationale Menschen aus anderen Einsatzstellen kennenlernen. Dabei wurde uns einiges an Wissen über Gartendenkmalpflege von einer Landschaftsarchitektin nähergebracht. Abends nach den Lerneinheiten bleibt Zeit für Spiele oder Gespräche am Lagerfeuer. Zudem wird ein Seminar zur politischen Bildung angeboten. Während des Seminars besuchten wir unter anderem das verschneite Nürnberg sowie das Memorium der Nürnberger Prozesse.

Das Weserbergland

Auch das Wesertal zur Sommerzeit hat mich verzaubert. Die Strecke nach Rinteln lädt zu Fahrradtouren ein oder man kann die Aussicht vom Hohenstein genießen. Im Herbst bin ich auch den Ith hinaufgewandert – der sagenumwobene Bergkamm, in dem die Kinder von Hameln laut der Sage vom Rattenfänger verschwunden sind. Im Wald lief es mir dann auch etwas kalt über den Rücken, also schnell wieder ins Stift Fischbeck. Dort ist mir nämlich noch nie ein Klostergeist begegnet. Hier höre ich nur manchmal einen Marder oder Waschbären über den Dachboden huschen.

Auf dem Stiftsgelände leben im ehemaligen Kuhstall einige Pferde. Diese beäugen uns gerne neugierig, wenn wir mit einer Schubkarre an den Paddocks vorbeilaufen. Die zwei Stiftskatzen sieht man jetzt im Winter nicht so oft. Da bleibt Zeit für Geschichten von Herr Stock, der schon fast 30 Jahre im Stift arbeitet. Zum Beispiel gibt es die Geschichte von der Katze Mine, die vor paar Jahren auf dem Altar in der Stiftskirche lag. Sie verstand gar nicht, wieso sie die Kirche verlassen sollte.

Ich bin sehr dankbar für die herzliche Aufnahme im Stift Fischbeck und die vielen Eindrücke, die mein Leben bereichern.

Adrian Klingelhöfer

Stift Fischbeck